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Die schönsten Serien der DDR von DEFA & DFF - ddrfilme.de

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Ab der 1960er Jahre gewann auch in der DDR das Fernsehen immer mehr an Bedeutung und die Sendezeiten wurden ausgedehnt. Das hieß, dass auch viel mehr Programme produziert werden mussten als in den Anfangsjahren. Es war daher natürlich nur folgerichtig, dass die ersten Serien entwickelt wurden. Diese gaben den Fernsehprogrammen nicht nur eine Struktur, sondern sorgten auch für eine emotionale Bindung der Zuschauer an den Fernsehsender. Lange Zeit gab es zwar nur einen davon in der DDR, aber ab dem 3. Oktober 1969 kam das 2. Programm unter dem Namen DFF 2 hinzu.



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Die logistische Arbeit und der finanzielle Aufwand der anfänglichen Serienproduktion

Zwar wurden auch Sendungen aus dem Ausland eingekauft, aber ein Großteil des Programms sollte aus Eigenproduktionen der DDR bestritten werden. Geplant waren zunächst Serien mit sieben oder sogar dreizehn Teilen. Das erforderte jedoch die umfängliche Arbeit an zusammenhängenden Drehbüchern, die Besetzung mit vielen Schauspielern und eine große Ausstattung. Wie es heute heißt, hatten die Fernsehmacher der DDR einen großen Anspruch und wollten bessere Programme liefern, als es zum Teil die Seifenopern aus dem Westen waren. Zunächst wurde jedoch auf die Produktion von Mehrteilern gesetzt.

Am Anfang standen mehrteilige Filme mit spannender Handlung

Wie aufwändig die Herstellung der ersten Mehrteiler war, zeigt zum Beispiel die Produktion „Flucht aus der Hölle“ aus dem Jahr 1960 mit Armin Mueller-Stahl, Horst Weinheimer und Wolfgang Sasse. Der aus vier Teilen bestehende Film entstand unter der Regie von Hans-Erich Korbschmitt und erzählt die Geschichte eines westdeutschen Autoschlossers, der nach einem Umweg über die Fremdenlegion und den Algerienkrieg schließlich Bürger der DDR wird. Die Produktion übernahm die DEFA mit dem Produzenten Willi Teichmann im Auftrag des DFF. Gedreht wurde an 121 Drehtagen nicht nur in der DDR, sondern auch in den westdeutschen Städten Frankfurt am Main und Hamburg. Für die Rollen algerischer Personen wurden Studenten aus Algerien ausgewählt. Mit „Tempel des Satans“ wollte das DDR-Fernsehen in einem Dreiteiler die Machenschaften der westlichen Presse entlarven. Basis hierfür war ein Roman von Wolfgang Schreyer, der auch die Regie führte. Als Darsteller agierten Bruno Carstens, Franz Kutschera und Christina Laszar. Auch diese Produktion wurde wieder von der DEFA realisiert.

Mit Fernseh-Mehrteilern in ferne Länder

Auffällig an diesen ersten Produktionen sind nicht nur die politischen Themen, sondern auch die Spielorte in fremden Ländern, die bereits zu diesem Zeitpunkt kaum noch ein Bürger der DDR bereisen konnte. Nach dem Bau der Mauer im August 1961 war dies dann gar nicht mehr möglich, dennoch spielte auch ein weiterer Mehrteiler aus dem Jahr 1962 in einem exotischen Land. In „Das grüne Ungeheuer“ mit Jürgen Frohriep, Eva-Maria Hagen und Erik S. Klein dreht sich in fünf Teilen alles um den Sturz des Staatspräsidenten von Guatemala, an der die CIA beteiligt war. Gedreht wurde mit dem Regisseur Rudi Kurz größtenteils im DEFA-Studio in Potsdam. Einige Außenaufnahmen entstanden allerdings in Bulgarien als Ersatz für Guatemala. Im Jahr 1972 sollte es in dem Mehrteiler „Das Geheimnis der Anden“ übrigens noch einmal nach Lateinamerika gehen.

Spannungen zwischen dem Osten und dem Westen als Thema

Dass sich in den Anfangsjahren der DDR-Serien viel um Politik drehte, zeigen auch die elfteilige Serie „Rendezvous mit Unbekannt“ von 1969 und die sechzehnteilige Serie „Das unsichtbare Visier“, die zwischen 1973 bis 1979 entstand. Beide Produktionen entstanden in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS), das mit der Einflussnahme natürlich ein festes Ziel verfolgte. Dem Zuschauer sollte der Westen als unattraktiv und das sozialistische System in der DDR als das überlegene präsentiert werden. „Das unsichtbare Visier“ fand als Abenteuer- und Spionageserie dennoch eine Fangemeinde und auch heute noch fühlen sich Zuschauer durch die einzelnen Folgen gut unterhalten, wie beispielsweise in Rezensionen im Internet nachgelesen werden kann.

Familie und Alltag im Fernsehen der DDR

Neben Politik und Abenteuer spielten in vielen Serien des DDR-Fernsehens auch das Alltags- und Familienleben eine große Rolle. Vergleicht man heute DEFA- und DFF-Serien mit denen aus dem bundesdeutschen Fernsehen, fällt auf, dass Frauen wesentlich emanzipierter dargestellt wurden. Sie gehen einem Beruf nach, verdienen ihr eigenes Geld und erziehen notfalls auch ihre Kinder allein. Doch auch der umgekehrte Fall ist im Fernsehen nicht ungewöhnlich. So erzählt zum Beispiel die vierteilige Fernsehkomödie „Aber Vati!“ aus den Jahren 1974 bis 1979 die Geschichte eines alleinerziehenden Vaters von lebhaften Zwillingssöhnen, der unter allerlei Verwicklungen nach einer neuen Frau und Mutter für die Kinder Kalle und Kulle sucht. Zu den bekanntesten Familienserien der DDR gehören auch heute noch „Geschichten übern Gartenzaun“, „Rentner haben niemals Zeit“, „Bei Hausers zu Hause“, „Barfuß ins Bett“, „Spreewaldfamilie“ und „Familie Neumann“.

Aus der Welt der Arbeit ins Fernsehen

Auch der berufliche Alltag wurde in die Serien des DFF mit aufgenommen. So ging es zum Beispiel in „Bereitschaft Dr. Federau“ und „Zahn um Zahn“ um die Probleme von Ärzten, medizinischem Personal und Patienten. „Zur See“ thematisiert die Arbeit auf einem Schiff der Handelsmarine der DDR und „Treffpunkt Flughafen“ erzählt von den Erlebnissen hoch über den Wolken und am Boden in Flugzeugen der Interflug. Stoff für Serien boten indessen auch das Miteinanderleben von Nachbarn in Städten und Dörfern. So nimmt sich „Kiezgeschichten“ aus dem Jahr 1987 die Konflikte der Bewohner einer Berliner Straße zur Vorlage und die „Hochhausgeschichten“ von 1981 erzählen von dem jungen Mann Frank und seinen Problemen.

Serien des DDR-Fernsehens für Kinder

Selbstverständlich wurden auch die Kinder als wichtiges Fernsehpublikum erkannt. Bereits seit 1959 produzierte der DFF „Unser Sandmännchen“, eine Reihe von Gutenachtgeschichten zur Einstimmung der Kinder auf das Schlafengehen. Beliebt bei Kindern und Erwachsenen war aber vor allem die DDR-Kinderserie „Spuk unterm Riesenrad“ mit sieben Folgen aus dem Jahr 1978. In dieser geht es um drei Kinder, die ihre Ferien bei den Großeltern verbringen und aus Versehen drei Figuren der Geisterbahn zum Leben erwecken. Sie wieder an ihren Platz zu bringen, erfordert vollen Einsatz von den Kindern und ihrem Großvater. Da die Serie zu einem riesigen Zuschauererfolg wurde, folgten im Jahr 1982 „Spuk im Hochhaus“ und 1987 „Spuk von draußen“.

Krimi in Serie

Kaum jemand kann das Interesse von Menschen an Filmen erklären, in denen es um die dunklen Seiten des Lebens geht. Klar ist indessen, dass Kriminalfilme, Thriller und Krimi-Serien hohe Einschaltquoten haben. Das war auch in der DDR nicht anders, denn leider war auch der sozialistische Staat nicht frei von Habgier, Neid und Eifersucht. Dass die Fernsehzuschauer Spannung wollen, war auch den Fernsehmachern aus der DDR klar und so ging bereits im Jahr 1959 die Fernsehserie „Blaulicht“ an den Start, die von Günther Prodöhl entwickelt wurde und die Arbeit der Deutschen Volkspolizei thematisierte. Bis zum Jahr 1968 entstanden 29 Folgen. Ab 1971 folgte die Krimi-Reihe „Polizeiruf 110“, die selbst nach der Auflösung der DDR bis heute fortgeführt wird. Die erste ausgestrahlte Folge war „Der Fall Lisa Murnau“ mit Peter Borgelt, Sigrid Göhler und Klaus-Jürgen Steinmann als Ermittlerteam. Es folgten „Die Schrottwaage“, „Die Maske“ und „Verbrannte Spur“. Bis heute sind mehr als 360 Folgen gedreht und ausgestrahlt worden. Während es im „Polizeiruf 110“ eher um die Arbeit der Polizeiermittler geht, ist die zwischen 1965 bis 1991 produzierte Serie „Der Staatsanwalt hat das Wort“ eher als kriminologische Reihe zu verstehen, die das Rechtsbewusstsein der Zuschauer stärken sollte. Aus diesem Grund führte vor Beginn jeder Folge ein Staatsanwalt in die Geschichte ein und kommentierte zum Abschluss das Geschehen und seine Ursachen. Weitere Krimiserien der DDR waren „Zollfahndung“, „Die Drei von der K“, „Täter unbekannt“ und „Der Leutnant vom Schwanenkietz“, die es jedoch zu weniger Bekanntheit brachten, als die erstgenannten drei Produktionen.